Cyber-Sicherheit: Unternehmen stehen sich selbst im Weg

Nicht erst seit dem Telekom-Hack werden regelmäßig Nachrichten über Hacker-Angriffe auf Unternehmen veröffentlicht. Virtuelle Angreifer gehen mit immer raffinierteren Methoden vor, für die Unternehmen nur unzureichend vorbereitet sind. Mit der Frage, wieso Cyber-Kriminelle Unternehmen immer einen Schritt voraus zu sein scheinen, befasst sich ein aktueller Report zur Cyber-Sicherheit, der von Intel Security in Zusammenarbeit mit dem Center for Strategic and International Studies (CSIS) erstellt wurde.

In „Tilting the Playing Field: How Misaligned Incentives Work Against Cybersecurity“ werden Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Sicherheitsstrategien aufgedeckt und gezeigt, wieso interne Abläufe eine effektive Implementierung blockieren. Es wird auch deutlich gemacht, dass Unternehmen Anreize schaffen müssen, um Cyber-Talente auf ihre Seite zu holen. Eine Besonderheit: Der Report identifiziert Bereiche, in denen Unternehmen von Angreifern lernen können.

Bei Cyber-Sicherheit so schnell und wendig sein wie die Kriminellen

Der Bericht basiert auf einer weltweiten Umfrage unter 800 Security-Fachkräften aus fünf Industriesektoren und zeigt auf, wie Cyber-Kriminelle von ihrem flexiblen und dynamischen Markt profitieren. Unternehmen hingegen arbeiten meist in bürokratischen Strukturen, sodass sie nur schwer mit den virtuellen Angreifern mithalten können.

„Der Markt für Cyber-Kriminelle ist schon allein aufgrund seiner Struktur auf Erfolg ausgerichtet; er belohnt schnell Innovation und fördert die gemeinsame Nutzung der besten Tools”, so Candace Worley, Vice President der Unternehmenslösungen bei Intel Security. „Damit es IT- und Cyber-Sicherheitsfachleute in Regierungsbehörden und Unternehmen mit Angreifern aufnehmen können, müssen sie so schnell und wendig wie die Kriminellen sein, die sie fassen wollen, und Anreize zur Verfügung stellen, die das IT-Personal zu schätzen weiß.“

Herausforderungen bei der Umsetzung einer Sicherheitsstrategie

Ein weiteres Problem ist die mangelnde Implementierung von Sicherheitsstrategien in Unternehmen. Während beispielsweise mehr als 90 Prozent der befragten Unternehmen angeben, eine Cyber-Sicherheitsstrategie zu haben, hat nur weniger als die Hälfte sie auch vollständig umgesetzt. Weiterhin geben 83 Prozent an, dass ihr Unternehmen bereits Ziel eines Angriffs war, was ein weiteres Indiz für mangelhafte Umsetzung ist. Ein Grund hierfür ist unter anderem auch, dass die Führungsebene eine andere Sichtweise auf das Problem hat als die Mitarbeiter.

„Führungskräfte, die Cyber-Sicherheitsstrategien entwerfen, messen Erfolg anders, als diejenigen, die diese Strategien durchführen, was ihre Wirksamkeit beeinträchtigt.,“ sagt Hans-Peter Bauer, Vice President Central Europe bei Intel Security. „Während 60 Prozent der Management-Ebene denken, dass ihre Sicherheitsstrategie vollständig umgesetzt ist, stimmen hier nur 30 Prozent des IT-Personals zu. Dass sich Unternehmen in falscher Sicherheit wägen, zeigt auch eine andere Zahl: 95 Prozent der Befragten geben an, bereits Folgen von Angriffen gespürt zu haben. Da aber nur 32 Prozent davon einen finanziellen Schaden nach sich zog, fühlen sich Führungskräfte fälschlicherweise sicher.“

Cyber-Talente mit richtigen Anreizen in Unternehmen locken

Cyber-Kriminelle haben für ihre Arbeit direkte Anreize, während es für Fachleute wenig Gründe gibt, den Bereich Cyber-Sicherheit zu wählen. Die Studie zeigt, dass Führungskräfte hinsichtlich der Effektivität der bestehenden Leistungsanreize sehr viel zuversichtlicher waren, als das Betriebspersonal. So gaben nur 18 Prozent der Entscheidungsträger und 8 Prozent der Führungskräfte an, dass gar keine Anreize bestehen würden, auf Seiten des Personals waren es mit 42 Prozent deutlich mehr. Von diesen Fachkräften gaben 65 Prozent an, nur persönlich motiviert zu sein.

Unternehmen sollten sich daher überlegen, wie sie richtige Anreize schaffen, um die Verteidigerseite attraktiver für Cyber-Talente zu gestalten.

„Sich eine Strategie auszudenken ist einfach, doch die Umsetzung ist schwierig“, sagt Denise Zheng, Direktorin und leitende Kollegin des Technologiepolitikprogramms am CSIS. „Wie Regierungen und Unternehmen mit ihren falsch gesetzten Anreizen umgehen, bestimmt die Effektivität ihres Cyber-Sicherheitsprogramms.“

Cyber-Sicherheit nicht nur kostenbewusst betrachten

Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass die meisten Unternehmen die Ernsthaftigkeit der Probleme bei der Cyber-Sicherheit wahrnehmen und sich darum kümmern wollen. Allerdings sollten Unternehmen Cyber-Sicherheit nicht nur kostenbewusst betrachten, sondern innovativer in Bezug auf Organisationsstrukturen und Prozesse werden. Es gilt, die richtigen Anreize zu finden, um eine stringente Strategie zu implementieren.

Der Bericht schlägt daher Möglichkeiten vor, wie die Verteidiger-Community von den Angreifer-Communities lernen kann. Diese Möglichkeiten umfassen:

  • Mit Boni und Preisen die IT-Sicherheitskräfte für gute Leistungen belohnen
  • Die Wahl von Security-as-a-Service, um dem Cybercrime-as-a-Service-Model des kriminellen Marktes entgegenzuwirken
  • Verbesserte Patching-Methoden und schnellerer Austausch von Legacy-Systemen
  • Informationsaustausch und Zusammenarbeit von Sicherheitsanbietern
  • Verbesserte interne Transparenz
  • Erleichterter Eintritt in Unternehmen für Cyber-Talente
  • Anpassung der Leistungsanreize von der Führungsspitze bis hin zu Betreibern

Über den Report:
Intel hat das unabhängige Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne mit der Umfrage beauftragt, auf der dieser Report basiert. Insgesamt wurden mehr als 800 IT-Entscheider befragt, die in die IT-Sicherheit ihrer Organisationen involviert sind. Die Befragten kommen aus Organisationen mit 500 oder mehr Mitarbeitern aus fünf wichtigen Industriesektoren wie Finanzwesen, Gesundheit oder dem öffentlichen Sektor.

Über Intel Security:
Mit seiner Security-Integrated-Strategie, einem innovativen Ansatz für Hardware-unterstützte Sicherheitslösungen und einem Global-Threat-Intelligence-Netzwerk fokussiert sich Intel Security auf die Bereitstellung von proaktiven, bewährten Sicherheitslösungen, die Systeme, Netzwerke und mobile Geräte im geschäftlichen und privaten Umfeld weltweit schützen. Intel Security verbindet die Erfahrung und das Know-how von McAfee mit der Innovationsstärke und bewährten Leistungsfähigkeit von Intel, um Sicherheit zu einem wesentlichen Bestandteil jeder Architektur und jeder Computerplattform zu machen. Zielsetzung von Intel Security ist es, sicheres Agieren und Arbeiten in der digitalen Welt zu gewährleisten.

Weitere Informationen:
Intel Security
www.intelsecurity.com

Bildhinweis:
Thema Cybersicherheit – Symbolbild (Quelle: pixabay.com)

08.03.2017

2017-08-04T15:48:03+00:00