Essener Startup bei Cleantech Open Ideas Challenge in San Francisco

Mit Intrapore hat sich ein Essener Startup als eines von insgesamt drei Unternehmen bei der Cleantech Open Ideas Challenge unter insgesamt 85 Kandidaten aus dem gesamten Bundesgebiet durchgesetzt und wird zum Finale reisen, das im Rahmen der weltweiten Cleantech Week vom 7. bis 9. Februar 2017 in San Francisco stattfindet.

Gekürt wurden die deutschen Finalisten vor einigen Tagen im Rahmen des StartGreen Awards, den das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit jährlich an umwelt- und nachhaltigkeitsorientierte Gründer und Unternehmen vergibt.

Das Essener Startup überzeugte über seine Geschäftsidee hinaus besonders durch die Internationalisierung seiner Tätigkeit: Intrapore ist schon heute in ganz Europa aktiv. Erste Kontakte nach Asien und Nordamerika sind auch bereits geknüpft. 2015 wurde das Unternehmen von Geowissenschaftlern und Branchenexperten in Essen gegründet und wird von der Essener Wirtschaftsförderung (EWG) beraten und unterstützt.

Nanosanierung: Verfahren zur Dekontamination von schadstoffbelastetem Grundwasser

Intrapore hat technologisch führende Verfahren der Nanosanierung entwickelt, mit denen schadstoffbelastetes Grundwasser tief im Boden dekontaminiert werden kann. Dabei geht es unter anderem um leichtflüchtig chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW). LCKW wurden in Deutschland ab dem Zweiten Weltkrieg zur Entfettung von Metallen und zur Kleiderpflege tonnenweise verwendet. Sie gelangten durch unsachgemäße Beseitigung ins Grundwasser und können zu Schäden der inneren Organe und des zentralen Nervensystems führen. Toxische LCKW-Konzentrationen sind auch heute noch in Böden und Grundwässern zu finden.

Beim innovativen Verfahren von Intrapore wird am kontaminierten Standort ein den jeweiligen Schadstoffen angepasster Nano- und Mikropartikel-Mix in das Grundwasser oder den Boden injiziert. In Tiefen von 5 bis 50 Metern unter der Oberfläche reagieren die Partikel mit dem Schadstoff und bauen ihn ab. Der Vorteil: Der Betrieb an der Oberfläche wird durch den „minimal-invasiven“ und auch vergleichsweise kostengünstigen Eingriff nicht gestört, und die Partikel können maßgeschneidert und zielgerichtet an den Schadstoff gebracht werden. Außerdem können mit diesem Verfahren auch krebserregende Schadstoffe wie Benzol, Toluol und zahlreiche Schwermetalle im Boden neutralisiert werden.

Zu den Kunden von Intrapore gehören zahlreichen Eigentümer kontaminierter Grundstücke, Consultingunternehmen und Behörden im In- und Ausland. Für sie plant Intrapore den Einsatz der Nano- und Mikropartikel an den jeweiligen Standorten, liefert die Partikel und führt die Anwendung durch.

Bildhinweis:
Bei der Cleantech Open Ideas Challenge dabei: Dr. Julian Bosch von der Essener Intrapore GmbH misst die Verschmutzung des Bodens. Quelle: Intrapore

Weitere Informationen:
www.intrapore.com
www.cleantechweek.org

22.12.2016

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